Archive for the ‘Texte’ Category

1.MAI Geschichte, prekär?, Textschnipsel

Sonntag, April 29th, 2012

?? Prekär Arbeiten, Prekär Leben ?? !! no borders, no precarity !!
>> Für globale Bewegungsfreiheit, Festung Europa und Patriarchat abschaffen! <<

Ein kleine Geschichte des 1.MAI und wie es zur MAYDAY kam.
Morgen findet in mehren Städten weltweit die MAYDAY statt – eine Parade die sich vielfältig gegen prekäre Lebenslagen richtet. Der Tag des 1.Mai ist dabei nicht zufällig gewählt.
Historisch entstand der Tag aus den Kämpfen von ArbeiterInnen in Australien die am 1.Mai 1856 Massendemonstrationen abhielten. Dieser Termin wurde dann Anfang 1886 von der nordamerikanische ArbeiterInnenbewegung aufgegriffen und es kam zu verschiedenen Streiks. Thema war bei beiden Bewegungen die Einführung des 8h Tages, die Stadt in der am meisten Menschen aktiv auf die Straße gingen war Chicago. Als am 4.Mai dort eine friedliche Versammlung von der Polizei gestürmt wurde, detonierte eine Bombe und tötete und verletzte zahlreiche Polizeieinheiten wie Demonstrierende. Die Schuld dafür wurde einmal mehr acht aktiven Anarchisten zugewiesen, von denen fünf darauf getötet wurden, die drei verblieben kamen nach sechs Jahren frei.
Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen 1889 wurde zum Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal dieser „Protest- und Gedenktag“ mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen.

Seit damals hat sich der Begriff der „Arbeit“ gewandelt. In der westlichen Welt gibt es kaum mehr eine „klassische“ ArbeiterInnenschicht – direkte Produktionsarbeit wurde größtenteils in Schwellenländer ausgelagert. Und der sich entwickelnde Kapitalismus zwingt die Menschen in neue “prekäre“ Arbeitsformate.

Was ist prekäre Arbeit? Kennzeichen prekärer Arbeit:
- Flexibilisierung auf Kosten der Freizeit
- Niedriges, nicht kontinuierliches Einkommen
- Unkalkulierbare Dauer des Arbeitsverhältnisses
- Ungenügender sozialer Schutz
- Mangelnde Einbindung und Mitbestimmung

In NewYork, Toronto, Hamburg, Mailand, Wien und anderen Städten werden am 1. Mai “MAYDAY! Paraden” ausgetragen. Barcelona und Mailand waren die Vorreiterstädte, von wo aus die MAYDAY! Bewegung seit 2001 mittlerweile ihre Verbreitung auch über Europa hinaus fand.
Zentrales Anliegen war und ist es, den verschiedenartigsten Formen von Prekarisierung in Arbeit und Leben, die durch die klassischen Institutionen der Arbeiterbewegung und der Linken nicht (mehr) organisiert werden können, einen Ausdruck zu geben. Dabei geht es nicht um Repräsentation und/oder Einheitlichkeit, sondern um ein Sichtbarmachen der Vielheit der Wünsche, Lebens- und Kampfformen. Im Zentrum stehen dabei Selbstorganisation und Vernetzung. Die Organisation des MayDay am oder um den 1. Mai soll genau dieses Spannungsverhältnis auch symbolisch aufzeigen.

### – Textschnipsel – ###

MAYDAY – so kann das ja nicht weitergehen!!

?? PREKÄR ARBEITEN ?? PREKÄR LEBEN??
- prekarisierung den Kampf ansagen – heraus zum 1.MAI -

*** Treffpunkt: Bruno Kreisky Park (bei U4 Margaretengürtel, 1050 Wien)
*** Endpunkt der Parade und Weiterfeiern: Straßenfest in der Heinestraße (1020 Wien)

In Folge finden sich einige Auszüge von bisherigen und aktuellen Texten die für die MAYDAY verfasst wurden:

Musst du arbeiten? Willst du arbeiten? Hast du bezahlte Arbeit? Darfst du arbeiten? Darfst du hier leben? Wovon lebst du? Hast du freie Zeit? Was machst du, wenn du krank bist? Was machst du im Alter? Was wünschst du dir? Was setzt du deiner Prekarisierung entgegen? Wie organisierst du dich?
Wir pfeifen auf die Karotte vor der Nase, die das schöne Leben versprechen soll. Wir sagen der Entsicherung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse den Kampf an. Am 1. Mai heißt es daher wieder: MAYDAY! MAYDAY! Auf zur Parade der Prekären! Die MAYDAY!-Parade in Wien verbindet die Vereinzelten, stärkt die Verunsicherten und schafft Aktionsradius. Wehren wir uns gemeinsam

Wir sind wendige Jongleur*innen unserer Jobs, wahre Schlangenmenschen der Flexibilität. Undokumentiert, saisonal und befristet Beschäftigte, Schein- und so genannte “Neue Selbstständige”, Niedriglohnjobber_innen, Erwerbsarbeitslose, Projekt-, Teilzeit- oder LeiharbeiterInnen, unbezahlte Reproduktionsarbeiter#innen: Wir alle leben und arbeiten prekär.

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Ein Parade Beispiel Rabbit of Precarity!
Während die Supermarktangestellten zu Niedrigstlöhnen schuften und sich Studierende, so lange sie nicht aus einem so genannten Drittstaat kommen, zumindest durch geringfügige Jobs und unbezahlte Praktika wursteln “dürfen”, werken Pflege- und KulturarbeiterInnen zwar virtuos aber oftmals sozialversicherungslos. Den Erwerbsarbeitslosen wird genauso, wie den unter der Armutsgrenze lebenden Empfänger&innen der neuen “Mindestsicherung”, durch ständige Disziplinarandrohungen der Handlungsrahmen eingeschränkt. Die freiberuflichen Wissensarbeiter*innen sind auch von längerfristigen Perspektiven “befreit”, während die papierlose und dadurch umfassend entrechteten Sexarbeiter_innen versuchen, sich ihr Leben zu regeln.

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Die offiziöse Statistik weist etwas über 300.000 Arbeit Suchende aus, davon etwa 100.000 mit Einstellungszusage, rund 150.000 sind Langzeitsarbeitslose ohne Aussicht auf einen Job, bleiben also rund 50.000, die auf dem „freien Arbeitsmarkt“ einen Job finden, oft nur kurz andauernde. Dunkelziffer: schätzungsweise 200.000 nicht gezählte oder „versteckte“ Arbeitslose (nicht beim AMS Arbeit suchend gemeldete „stille Reserve“) …

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Prekarisierung ist der Verlust von Sicherheit und Abschätzbarkeit im Arbeitsverhältniss. Und Prekarisierung ist auch der Verlust von Sicherheit und Abschätzbarkeit im Lebensraum durch den Immobilienmarkt an sich. Der durchkapitalisierte Umgang mit Raum prekarisiert die Menschen im Verhältniss zu einander. Der Privatbesitz an Grund und Boden ist keine Basis für ein freies gemeinschaftliches Miteinander.

Verlassene Häuser, Fabriken und Bürotürme zeigen die vorhandenen gesellschaftlichen Verhältnisse in zweifacher Hinsicht: Ein Gebäude ist Wirtschaftsware, deren Nutzen ein Geldgewinn sein soll, und nichts weiter. Arbeit ist eine Aktivität darin, die einen monetären Mehrwert generieren muss, und nichts weiter. Und der Mensch darin wird zur Füllmasse von „Objekten“, welche einzig als Orte der Reproduktion von Arbeitskraft dastehen.
So wie es ist, ist der zu mietende Raum der Ort der vielfachen Abhängigkeit der Menschen schlechthin. Wohnen, arbeiten, leben – das Dasein als solches steht in Gänze in Abhängigkeit zum Kapitalismus.

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Im freien Fall von den eigenen Veranlagungen eingeholt,
das war vielleicht eine Genugtuung:
Habt ihr die erschrockenen Gesichter gesehen,
als die Kurse unter ihnen die Straße zerfetzten?

“There is no alternative”,
haben sie uns immer gepredigt,
daß dieses,
nur dieses,
und kein anderes
System funktioniert,
weil der Kommunismus gescheitert ist.
Morgen werden sie dann verkünden:
Der Kommunismus hat auch nicht funktioniert.

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Prekarisierung als Prozess und Prekarität als Zustand des Mangels an Ressourcen aller Art, an Zeit und Möglichkeit der Planbarkeit und der Verwirklichung von Lebensentwürfen (bzw. deren Verschwinden lassen), der Entwertung von Arbeit und Leben, ist gleichzeitig ein aktuelles und schon lange sich selbst reproduzierendes Phänomen. Es betrifft das ganze Leben und schnürt die sozialen Beziehungen der Betroffenen ab. Es betrifft den Großteil der Erdbevölkerung, wenn auch in vielfältigen und gänzlich unterschiedlichen Ausmaßen und Intensitäten und schafft so eine ganze Reihe unterschiedlicher Lagen. Das macht es auch so schwierig gemeinsame Verknüpfungspunkte zu finden. Die un(ter)dokumentierte Migrantin, die, weil ihre akademische Ausbildung nicht anerkannt wird, im Reinigungsgewerbe, schlecht bezahlt extremer Ausbeutung ausgeliefert ist, ist anders betroffen als der Angestellte der Stammbelegschaft eines großen Unternehmens der, aus Angst um den Erwerbsarbeitsplatz schon mal auf Sonderzahlungen („freiwillig“) verzichtet, ebenso auf die Solidarisierung mit Leiharbeiter_innen im selben Betrieb. Angst als identitätsstiftend. Oder die Hausfrau, die auf ihre vergeschlechtlichte Rolle festgelegt, Reproduktions- und Sorgearbeit völlig kostenfrei (also entwertet) in den Kreislauf Produktion/Reproduktion einzuführen gezwungen ist – und dies nicht erst seit dem Fordismus (also der Zeit des Alleinernährermodells). Es sind diese unterschiedlichen Lagen, die auch nur ein Formulieren gemeinsamer Forderungen so schwierig machen.

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Es geht um ökologische Überlebensfragen der Menschheit, um Dezentralisierung von Wirtschaftssystemen. Um Orientierung an tatsächlichen menschlichen Bedürfnissen anstatt um Zerstörung und Aufbrauchen natürlicher Ressourcen, Monopolisierung von Wissen und Technologie sowie Vernutzung menschlicher Arbeitskraft. Ideen für eine Gesellschaft die auf Freiheit sowie gerechter Verteilung und Nutzung gesellschaftlichen Reichtums gab, gibt und gäbe es viele.

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Das ist nicht das gute Leben wie wir es uns vorstellen! Lasst uns vernetzen, tanzen und träumen. Finden wir Wege und Möglichkeiten, um uns zu organisieren. Setzen wir dem Wahnsinn unsere Utopie und praktischen Widerstand entgegen.

!! PREKÄR KÄMPFEN !! PREKÄR TANZEN !!

MAYDAY 12 – für ein Ende der sozialen Entsicherung

Freitag, April 27th, 2012

_______/ AUFRUF zur MayDay-Parade 012 in Wien

__/ Kulturrat Österreich fordert ein Ende der Politik der sozialen Entsicherung.
__/ Her mit dem schönen Leben!

_______/ http://kulturrat.at
_______/ http://mayday-wien.org

MAYDAY! Wien 012 – Parade der Prekären

__/ Treffpunkt: 1. Mai, 14 Uhr, Bruno Kreisky Park (bei U4 Margaretengürtel, 1050 Wien)
__/ Endpunkt der Parade und Weiterfeiern: Straßenfest in der Heinestraße/Mühlfeldgasse (1020 Wien)

Am 1. Mai findet in Wien erneut eine MayDay-Parade statt. Anlässe gibt es genug – auch im Feld der Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden.

Prekäre soziale Absicherungen bestimmen ebenso wie Mobilitätsbarrieren in bzw. nach EUropa seit Jahren den Alltag: Wann kommt das nächste bezahlte Projekt? Verdiene ich genug, um meine Aufenthaltspapiere nicht zu verlieren? Warum habe ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld? Kann ich mich wenigstens vor einer Rückforderung durch den Künstler*Innensozialversicherungsfonds retten? Wovon zahle ich nächsten Monat meine Miete? Wer betreut die Kinder bei der nächsten Lesung, Premiere oder Vernissage? Und wann schlägt sich das symbolische Kapital endlich auf dem Konto nieder? Die unsichere Zukunft stellt längst nicht ein Problem Einzelner dar, sondern ist Teil prekärer Alltagsrealitäten.

Kleine Verbesserungen im Gefüge der sozialen Absicherung hinken regelmäßig neuen Anschlägen auf die soziale Lage hinterher. Es ist
längst an der Zeit für große Schritte:

Für eine Entkopplung von Einkommen und Erwerbsarbeit! Bedingungsloses Grundeinkommen für alle! Bleiberecht jetzt! Der Politik der Rechten das Wasser abgraben statt beständiges Zuarbeiten!

Ausse zur Mayday-Parad’ in Wean

Donnerstag, April 28th, 2011

Mayday! Mayday!

Ausse zur Mayday-Parad’ in Wean om Sundog, dem 1. Mai 2011!

Rabbit of Precarity! Uma Zwa nochmittog, Woenstaplotz, im 20. Hieb. Rabbit of Precarity!

Muast hackln? Wüst hackln? Wird dei Hockn zoit? Deafst übahaupt hackln? Deafst do sei? Vowos lebst? Konnst mochn wost wüst? Wos mochst, waunnst kronk wiast? Wos mochst, waunnst oid bist? Wos mechast‘n gern hom? Tuast wos gegen des Wieglwogl? Mochst wos dagegn?

Rabbit of Precarity! Woat ma ned länga – gemmas on! Rabbit of Precarity!

Des derf jo ned woah sei! Mia hom tausnd vaschiedene Hockn und reißn uns de Hax’n dafir aus. I kumm ma scho vua wia a Gummibandl. Mia hackln wia die Bleden. Owa mia hom kane Lire, kane Papiere. Sowos haut uns ned vire! Donn sama wieda hocknstad oda kriagn immer nur an deppaten befristeten Vatrog. Der ane muaß leihorbeitn geh, die ondare is auf ewig Praktikantin. Glaubt’s mas, des betrifft uns olle! In dera Orbeitswöd, des dapockt jo kana!

Rabbit of Precarity! Des Mitanaund is unsa Atout! Rabbit of Precarity!

Es is jo a so, mir miaßn imma Koartn spün, a won uns des aufäut. Owa ob heit kennans uns vagessn. Mia drahn zua, wö ma boid gnua hom. Und mir kennan sölba redn und tuan. Mia spün des, was uns grod gfreit. Domino oder Pfitschigoggerln gonz egal, wö ob heit homma Zeit. Schmiat’s eich eicha Spü in die Hoar. Und damit’s kane ondan Drottln findt’s, die mit eich spün, tua ma uns zaum.

Rabbit of Precarity! Hau’ ma uns olle auf a Packl! Rabbit of Precarity!

Mia tuan eh wos ma kenna, ollas wos da Chef valongt, damit ma lebn kenna, oba imma nua im Wieglwogl. De Anan hackln im Lemnsmittelg’schäft um a Buttabrot bis zum umfoin und a de Studiosi, de aus am Drittstoot kumman, wuaschtln umadum. Ondare oaweitn in da Kultua oder in da Heimhüf – a ohne Kraunknvasicharung. Die Hocknstadn und de Ausgsteiertn kriagn olewei (wos) a Sperre audroht. Und a de Freiberufla hom ka Zukunft genau wie de ohne Papiere. Und des gaunze Wieglwogl is ja net nur in da Hocken, a de Sandler miaßn fir’s Notbett zoin und de Großkopfertn de Bagasch, de residiert dawö in die (eanare) Schlessa. Mir hom z’wenig zum leben, oba z’fü zum steam. Und des is gscheit bled! I glaub’, de woin uns vaoarschn! Heats, wir miaßn uns zomtuan! Mir jo olle woin a leiwondes lebn hom und durthi geh, wos uns gfreit. Mir woin söba bestimman und mir woin no vü mehr!

Rabbit of Precarity! Drum ruaf ma: zwöfe is scho längst vurbei! Rabbit of Precarity!

Rabbit of Precarity! Heast oida, nur mitanand kumma firanand! Rabbit of Precarity!

MAYDAY! MAYDAY! Kinder-Wagen-Block

Sonntag, April 24th, 2011

Am 1. Mai machen wir uns wieder auf, gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse, für freien Bildungszugang, Bewegungsfreiheit für alle und noch mehr ein starkes Zeichen zu setzen. Aber auch unsere Kinder sind schon direkt oder indirekt von prekären Lebensverhältnissen betroffen. Deshalb ist es wichtig, solidarisch auch für ihre Rechte einzustehen.

Eltern mit prekären Arbeitsbedingungen haben oft noch mehr Schwierigkeiten berufliche Verpflichtungen und Zeit mit den Kindern unter einen Hut zu bringen. Gerade in prekären Verhältnissen wird der Mangel an Krippenplätzen oft zum besonderen Problem. Ein Recht auf Krippenplätze gibt es nur für jene mit Normalarbeitsverhältnissen; geringfügig Beschäftigte, Studierende und ähnliche werden nachrangig behandelt. Am Absurdesten ist das bei Erwerbsarbeitslosen: Eigentlich sollen sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, um Anrecht auf einen Krippenplatz zu haben brauchen sie aber ein Beschäftigungsverhältnis.

Die Qualität der Betreuung ist in der öffentlichen Debatte um Kinderbetreuung meist gar kein Thema. Selbstermächtigung, Soziales Lernen und individuelle Förderung sind kaum, Zeit für Austausch zwischen BetreuerInnen und Eltern, nur zwischen Tür und Angel möglich. So fordert auch das Kollektiv Kindergartenaufstand – ein Zusammenschluss aus PädagogInnen und BetreuerInnen – kleinere Gruppen, mehr Vorbereitungszeit und bessere Bezahlung. Diese Forderungen und Bedürfnisse treffen sich mit jenen der Eltern und Kinder. Bessere Betreuungsverhältnisse bedeuten auch bessere Arbeitsverhältnisse und umgekehrt. Und der Stress geht weiter: Die richtige Volksschule sollte gewählt werden, damit das Kind eine tolle Bildungsbiographie aufweisen kann und später auch sicher einen der begehrten unbezahlten Praktikumsplätze erhält.

Außerdem fordern wir mehr Raum für Kinder. Gerade in der Stadt ist die Bewegungsfreiheit von Kindern stark eingegrenzt. Überall Beton, und die Betonwüste wächst jährlich weiter. Aber auch Autos (deren Anzahl ebenfalls steigt) schränken ihren Bewegungsraum stark ein. Das Problem der nicht vorhandenen Bewegungsfreiheit hört nicht an den Grenzen der Stadt auf. Auch Kinder sind immer wieder von Abschiebungen betroffen, Familien werden getrennt oder, wie erst kürzlich, die Familie wird abgeschoben und ein Minderjähriger zurückgelassen, weil er gerade nicht zu Hause war. Und sogar als Zielscheiben dienen unsere Kinder. So gab es wiederholt Vorfälle bei denen auf Kinder geschossen wurde. Schüsse auf spielende Kinder am Spielplatz: weil sich jemand durch den „Kinderlärm“ gestört fühlte; aber auch von ihrem angeblicher Freund und Helfer, der Polizei. Eine weit angelegte Sensibilisierungskampagne ist notwendig sowie das Verbot für PolizistInnen Waffen zu tragen.

Da es auch in linken Räumen und Strukturen nicht immer leicht ist mit Kindern (Rauch, keine Barrierefreiheit, Hunde, Lärm), wollen wir mit unserem Block nicht nur politischen Anliegen einen Platz geben, sondern auch einen geschützten Raum für Kinder auf der Parade schaffen. Wir sorgen für Getränke und Wechselgewand und für Spiel und Spaß. So soll es Luftballons, Seifenblasen, Straßenkreiden, Schminken, eine mobile Vorleseecke und Besuche der Clowns Army geben.

Kommt hin, mit oder ohne Kinder, bringt euch ein! Drückt euch aus, bleibt nicht z´Haus!!!
TREFFPUNKT: 1. Mai, 14 Uhr, Wallensteinplatz / Karl-Meißl-Straße bei der Osteria Allora1200 Wien
~MAYDAY! WIEN 011Alle Infos: http://mayday-wien.org

1 Mayıs’da beşinci MAYDAY geçidine çağrı

Dienstag, April 5th, 2011

?? Güvencesiz çalışma, güvencesiz yaşam ?? !! Sınırlara hayır, güvencesizleştirmeye hayır !!

1 Mayıs’da beşinci Viyana MAYDAY geçidine çağrı

Rabbit of Precarity! Buluşma yeri ve zamanı: Saat 2’de, Wallensteinplatz, 1200 Wien. Rabbit of Precarity!

Çalışmak zorunda mısın? Çalışmak istiyor musun? Para kazandığın bir işin var mı? Çalışma iznine ihtiyacın var mı? Burda yaşamak için izne ihtiyacın var mı? Karnını nasıl doyuruyorsun? Boş vaktin var mı? Hasta olduğunda ne yapıyorsun? Yaşlanınca ne yapacaksın? Ne istiyorsun? Güvencesizleştirilmene karşı ne yapıyorsun? Nasıl örgütleniyorsun?
Bize daha iyi bir hayat vaat eden, burnumuzun önünde tutulan havucu umursamıyoruz. Yaşam ve çalışma koşullarının güvencesizleştirilmesine karşı mücadeleyi başlatıyoruz. Bu yüzden 1 Mayıs’da yine MAYDAY! MAYDAY! diyoruz. Haydi güvencesizlerin geçidine! MAYDAY Viyana’da tek başına bırakılanları birleştirir, güçsüzleri güçlendirir ve hareket alanı oluşturur. Hep beraber savunmaya geçelim!

Rabbit of Precarity! Daha fazla beklemek delilik! Haydi sokaklara! Rabbit of Precarity!

Kendimizi konuşmaya ve eylemde bulunmaya yetkilendiriyoruz. Teşkilatlanma kozumuz, farklı ve mücadeleci eylem biçimleri jokerimiz. Mevcut güvencesizleştirme süreçlerinin farklı boyutlarını görünebilir ve duyulabilir kılıp, hakim olan dağınıklık ve içinde bulunduğumuz tecrit durumunu atlatıp, müşterek bir siyasi hareket için ortak payda yaratıyoruz. Ve artık daha fazla beklemeyeceğiz – ne umut ışığını, ne devrimi, neoliberal kıyamet masallarını ne de bir toplumsal hareketi… Kendin pişir kendin ye: Biz hareketin kendisiyiz!

Rabbit of Precarity! Örgütlenelim Rabbit of Precarity!

Işimizin çevik hokkabazları, esnekliğin gerçek yılanlarıyız. Kağıtsız, sezonluk ya da geçici işçi, sözde ya da “yeni müstakil” serbest meslek sahibi, düşük ücretli işte çalışan, işşiz, proje bazlı, yarım gün ve geçici işte çalışan ve ödenmeyen yeniden üretimi sağlayan işçileriz: Hepimiz güvencesiz yaşıyor ve çalışıyoruz.

Rabbit of Precarity! Benzersiz örnek Rabbit of Precarity!

Süper market çalışanları düşük ücretlere eşek gibi çalışırken, öğrenciler düşük nitelikli işlerde ve ücretsiz stajlarda, bakıcılar ve kültür çalışanları ise ustalıkla ama sosyal sigorta güvencesi olmaksızın çalışıyorlar. İşşizlerin, yeni „askeri teminat“ kapsamı dahilinde fakirlik sınırı altında yaşayanlarda olduğu gibi, disiplin tehditleri altında hareket alanları kisitlanmaktadır. Serbest çalışan bilgi çalışanları da uzun vadeli imkanlardan “özgürleştirilmişken”, kağıtsız ve böylelikle hakları tamamen ellerinden alınmış seks işçileri ise hayatlarını idame ettirmeye çalışıyorlar.

Rabbit of Precarity! Gelsin güzel yaşam Rabbit of Precarity!

Güvencesizleştirme sadece iş ilişkilerini kapsayan bir süreç değildir. Bu yüzden MAYDAY! evsiz olmalarına rağmen acil barınma yerlerinde kalabilmek için ücret ödemek zorunda kalanlara da; karavan parklarinda yaşamak isteyip kent konut politikalari tarafindan yerleşik düzende yaşamaya zorlananlara; başkaları saraylarda yaşadığı için ev işgal etmek (zorunda kalanlara); politik etkinlikleri yüzünden kriminalize edilenlere; caliştıkları halde kıt kanaat geçinebilenlere; ve tüm kurmaca sınırları aşanlara sesleniyor.
Gelsin herkes için dolaşım özgürlüğü! Zoraki olmadan istediğimiz gibi hareket etmek istiyoruz – ve istediğimiz yerde kafamıza nasıl eserse kalmak istiyoruz! Eğitim ve bilgiye ücretsiz ulaşmak istiyoruz! Kendi hayatımızla ilgili kararları kendimiz vermek ve herkesin eşit imtiyazlara sahip olmasını istiyoruz – ve daha bir çok şey istiyoruz!
Bu yüzden ve başka bir sürü sebepten haykırıyoruz: MAYDAY! MAYDAY!
Yaşamın ve çalışmanın gitgide güvencesizleştirilmesini vurgulamak ve güvencesiz mücadelelerimiz arasındaki bağları güçlendirmek için, zorluk ceken gemilerin gönderdiği alarm sinyalini mücadele cığlıği olarak benimsedik. Sen de katıl!

!! “Güvencesiz” Mücadele Edelim, “Güvencesiz” Dans Edelim !!